Stadt der Wissenschaft

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Bericht von der Fahrt nach Jena



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Wenn Wissensdurst und Bildungshunger gemeinsam auftreten.

Eine starke Konstanzer Präsentation beim Finale „Stadt der Wissenschaft 2009" in Jena

Es gibt Schöneres als an einem Wintermorgen in der Früh auf den Bus zu warten, um 600 Kilometer zu fahren - da sind wir uns alle einig.
An diesem Mittwochmorgen, am 27.2.2008, war jedoch alles anders: Wir freuten uns auf das Finale des Wettbewerbs „Stadt der Wissenschaft 2009", das in Jena in die Endauswahl ging. Wir, das waren eine „gemischte" Truppe von fünfzig Delegierten. Oder, in anderen Worten, eine interessante Gruppe von Menschen aus völlig unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen, die sich im Laufe der gemeinsam verbrachten zwei Tage des Zusammenseins zu einer sich gegenseitig bereichernden Arbeitsgemeinschaft entwickeln sollte.
Warum sich diese rund fünfzig Personen so viel zu sagen hatten, lag an der allgemeinen Offenheit, dem Teamgeist, der während der Fahrt spürbar war und der Bereitschaft, einander zuzuhören und Ideen auszutauschen. Und es lag schlichtweg daran, dass die Delegierten mit fast allen Altersgruppen vertreten waren. Die Gruppe setzte sich aus den Präsentatoren, Oberbürgermeister Horst Frank, Rektor Professor Gerhart von Graevenitz und Dr. Stefan Keh, Leiter der Business Unit Infrastructure Logistics der Siemens AG, Urs Schwager, Chef des Amtes für Mittel- und Hochschulen des Kantons Thurgau und Dr. Waltraut Liebl-Kopitzki, die Leiterin des Amtes für Schule, Bildung, Wissenschaft sowie vielen weiteren VertreterInnen verschiedener Institutionen von deutscher und Schweizer Seite zusammen. Zu ihnen zählten unter anderen Dr. Kai Handel (Präsident der HTWG), Prof. Claudius Marx (Hauptgeschäftsführer IHK Hochrhein-Bodensee), Prof. Ernst Preisig (Rektor PH Thurgau), Dr. Anders Ullman (Executive Vice President R&D Nycomed GmbH), Frank Wehking (Leiter Marketing Business Unit Infrastructure Logistics der Siemens AG, Konstanz), Konrad Frommer, (Geschäftsführer Stadtwerke Konstanz), Edgar Klotz (Stellvertretendes Vorstandsmitglied, Sparkasse Bodensee), Eberhard Schwarz (Geschäftsführer Schwarz Außenwerbung GmbH), Nicola Voigt (Stellvertretende Vorsitzende des Gesamtelternbeirats), Luisa Hinze (Konstanzer Schülerparlament), die Stadträte Werner Allweiss, Dr. Dorothee Jacobs-Krahnen, Jürgen Leipold, Prof. Eberhard Roth und Gabriele Weiner sowie die Projektleiterin Dr. Ursula Herold- Schmidt.

Jena leuchtet!
Auch an Bord: Ein 15 Meter langer Schal, den SchülerInnen der verschiedenen Konstanzer Schulen als Glücksbringer strickten. Nach den rund 600 Kilometern im Bus hatten sich bereits interessante Gespräche zwischen den Sitzpartnern entwickelt, die geprägt waren von freudiger und gespannter Erwartung und einem guten Gefühl zu unserem Jahr der Wissenschaft. Dann, am Spätnachmittag, tauchten auch schon die ersten Plakate auf: In Jena angekommen, entdeckten wir die im auffälligen Rot der Kampagne gehaltenen Plakate, die mit „Jena leuchtet" betitelt waren. Das in Konstanz ansässige aber deutschlandweit operierende Unternehmen „Schwarz Außenwerbung" inszenierte die Werbung gekonnt in der Jenaer Innenstadt.

Hoch hinauf im Jenatower
Nach dem Zimmerbezug in den Hotels stand für einen Teil der Gruppe der Empfang im „Jenatower" an. Viele Gespräche unter den Teilnehmern aus Konstanz, Lübeck und Oldenburg fanden im 30. Stockwerk gelegenen Festraum, mit Blick auf Jena, bis spät abends statt. Das Schöne: Von Konkurrenz unter den Anwesenden war nichts zu spüren; eher die Chance, mehr zu den Vorbereitungen zu der Teilnahme der Städte zu erfahren. So entwickelte sich ein angenehmer Abend für alle.
Trotzdem: Müde sanken wir in die Kissen. Müde und trotzdem etwas angespannt, denn wir wussten, am nächsten Tag geht eine der Städte als Siegerin hervor und die harte Arbeit der vergangenen Monate, das Fiebern hin zum Erfolg, würde eine der Städte mit dem Titel „Stadt der Wissenschaft 2009" belohnen. Auch wenn für alle Teilnehmer klar war: „Wir machen weiter - unabhängig davon, wie der Wettbewerb ausgeht."

Klar und humorvoll
Auf den Tag der Entscheidung stimmte sich die Konstanzer Delegation gut ein: Sie hatte Verstärkung von den „Fahnenschwingern" mitgebracht: Vor dem Volksbad, dem Veranstaltungsort des Wettbewerbes, zeigten sie ein Stück Konstanzer Kulturgut: Das choreografische Ensemble führte eindrucksvoll vor, dass Fahnen nicht nur vom Flaggenmast wehen müssen, sondern vielseitig eingesetzt werden können!

Konstanz war als erste Präsentation gelistet. Nachdem sich die Konstanzer Delegierten ihre feuerroten Schals, die Farbe, die auch im Stadtwappen auftaucht, um den Hals gelegt hatten, konnte es losgehen: Annika Zuschlag betrat die Bühne, begrüßte auf lockere und sympathische Weise die Zuhörer und bat OB Frank, Gerhart von Graevenitz und Stefan Keh auf die Bühne. Nun wurde es sehr spannend: Welches Bild konnten die Drei von der Konstanzer Kampagne vermitteln? Hatte sie „Hand und Fuß"? Bedachte sie alle Aspekte, die einer Titelvergabe „Stadt der Wissenschaft 2009" würdig erschien? Annika Zuschlag nahm dabei die Rolle der Interviewerin ein und befragte die drei Herren: Was ist geplant im Jahr der Wissenschaft? Wie sieht es mit der Umsetzung aus? Wer wird alles einbezogen? Das waren nur drei von vielen Fragen, deren Beantwortung die 16-köpfige Jury genau verfolgte. Es gelang den Präsentatoren, locker und auch humorvoll „rüberzukommen", was angesichts der Anspannung sicherlich nicht leicht fiel. Die Präsentation
wurde durch eine gelungene Einspielung eines Videos bereichert, die eine Bildebene hinzufügte: Emotional und warmherzig präsentierte sich die Stadt in Bildern den interessierten Zuhörern.

Jede Stadt hatte eine Stunde zur Verfügung um zu zeigen, was sie zu bieten hat. Diese Stunde hat Konstanz sehr gut für sich nutzen können. Auch die beiden weiteren Teilnehmer der Präsentation, Waltraut Liebl-Kopitzki und Urs Schwager, standen der Jury für Rückfragen zur Verfügung. Fragen folgten, die ans „Eingemachte" gingen und zeigten, dass die Jury genau hinhörte: „ Wie kommt das Wissen an die BürgerInnen der Stadt?" Eine wichtige Frage, denn dieser Transfer ist für alle Teilnehmer eine Herausforderung. Doch Konstanz konnte mit Projekten wie „Unidowntown" aufwarten, um nur ein Beispiel zu nennen.

Starke Mitbewerber: Lübeck und Oldenburg
Lübeck, die Hansestadt an der Ostsee, die sich als nächste Stadt den Juroren stellen musste, wählte eine andere Präsentationsform. Ihre Redesequenzen unterbrachen die Lübecker mit musikalischen Eindrücken, die eine Musikerin vortrug. Rhetorisch war diese Gruppe sehr gut, darin waren sich viele einig.
Die Oldenburger, die sich zum zweiten Mal bewarben, konnten von ihrer monatelangen Erfahrung seit der ersten Teilnahme profitieren: Sie hatten einige Projekte bereits umgesetzt und somit den Weg zum Ziel ebnen können. Mit dem Slogan „Übermorgenstadt" traten sie an und konzentrierten sich auf die Stadtentwicklung der Zukunft, mit Schwerpunkten auf Nachhaltigkeit und demographische Entwicklung.

Gespannt warteten wir auf das Ergebnis. Welche Stadt gab das beste, das umfangreichste, das überzeugendste Bild ab? Lübeck mit der breiten Unterstützung der Wirtschaft? Oldenburg mit einschlägiger Erfahrung? Oder wir, die Konstanzer, mit einem grenzüberschreitenden, vielseitigen Konzept?

Dramatische Abstimmung führte zu Herzklopfen
Selbst die Jury konnte sich nicht gleich entscheiden. Hinter den Kulissen ging es, laut Berichten, dramatisch her. Dreimal mussten die Juroren abstimmen um den Sieger zu ermitteln. „Sie haben gekämpft wie die Löwen. In ihrer Stadt gibt es ein berühmtes Gericht. In ihrem Wappen ist ein Löwe symbolisiert", mit diesen indirekten Andeutungen leitete der Überbringer der Nachricht, Arendt Oetker, das Ergebnis ein. Dann brach Jubel los. Die Oldenburger wussten schon beim zweiten Satz: Sie waren
gemeint! Sie würden den begehrten Titel „Stadt der Wissenschaft 2009" nach Hause nehmen.

Und natürlich waren wir enttäuscht. Natürlich hätten wir uns den Titel gewünscht. Natürlich fanden wir, wir hätten ihn verdient. Und natürlich haben wir den Siegern gratuliert - und uns als Gewinner erlebt. Denn, so auch der Vorsitzende der Jury, Joachim Treutsch: „Bei den drei Finalisten gibt es einen Sieger und zwei Gewinner!" Und so fühlte sich auch die lange Rückfahrt an. Wenn auch etwas traurig, fühlten sich alle im gemeinsamen Weg bestätigt, das Jahr der Wissenschaft durchzuführen. Die Rückfahrt brachte es hervor: Die Tour mit dem Bus verstärkte das Netzwerk, das zwischen den Schweizer und deutschen Institutionen, sowie untereinander immer dichter wird. Persönliche Kontakte und das gemeinsame Gefühl, für etwas Sinnvolles gekämpft zu haben, bestätigen den eingeschlagenen Weg.
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